23. September 2026 | Bierapotheke Schärding
Grüne Gase - Grüne Zukunft: Kompetenzraum Zukunft, der Ausbildungs- und Praxisdialog
Welche Kompetenzen benötigen Unternehmen, wenn Grüne Gase und Wasserstoff künftig eine größere Rolle in der betrieblichen Praxis spielen? Und sind die heutigen Aus- und Weiterbildungsangebote darauf bereits ausreichend vorbereitet?
Mit diesen Fragen beschäftigten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Hochschulen und Bildungs-einrichtungen beim Ausbildungs- und Praxisdialog „Grüne Gase – Grüne Zukunft | Kompetenzraum Zukunft“ am 23. September in den Räumlichkeiten der Brauerei Baumgartner in Schärding.
Einen fachlichen Einstieg in den Workshop gab Raimund Brotsack, Leiter der Forschungsgruppe „Grüne Gase“ am Technologiezentrum Energie, mit seinem Impuls „Von innovativen Konzepten zum grenzübergreifenden Lern- und Innovationsökosystem“.
Welche Kompetenzen brauchen wir bis 2030?
In einer ersten Arbeitsphase betrachteten Unternehmen sowie Hochschulen und Bildungseinrichtungen die Fragestellung zunächst getrennt voneinander. Dabei wurde deutlich: Die Transformation hin zu Grünen Gasen und Wasserstoff erfordert nicht nur zusätzliches technisches Fachwissen. Gefragt ist vielmehr eine Kombination aus Grundlagenwissen, spezialisierten Fachkompetenzen und übergreifenden Fähigkeiten.
Auf technischer Seite wurden unter anderem Kenntnisse in Maschinenbau, Elektrotechnik, Verfahrens- und MSR-Technik sowie Grundlagen aus Physik, Mathematik und Chemie genannt. Gleichzeitig braucht es Personen, die über die Grenzen einzelner Disziplinen hinausdenken, Zusammenhänge verstehen und unterschiedliche Fachgebiete miteinander verbinden können.
Gerade diese Verbindung wurde als wesentlich angesehen: Spezialistinnen und Spezialisten bleiben unverzichtbar – gleichzeitig steigt der Bedarf an Generalistinnen und Generalisten, die Schnittstellen verstehen und verschiedene Perspektiven zusammenbringen. Dazu gehören Team- und Kommunikationsfähigkeit, Eigenständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, sich neue Themen selbstständig anzueignen.
Mehr Praxis und mehr Zusammenarbeit
Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage, wie diese Kompetenzen vermittelt werden können. Hier zeigte sich eine klare Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Bildung: Praxisorientierung und eine engere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen wurden als besonders wichtig eingeschätzt.
In der gemeinsamen Workshopphase wurden deshalb konkrete Kompetenzfelder und mögliche Ansätze für deren Vermittlung weiterentwickelt. Diskutiert wurden beispielsweise interdisziplinäre und praxisnahe Projekte, Kooperationen mehrerer Fachbereiche mit Unternehmen sowie eine stärkere Integration realer betrieblicher Fragestellungen in Studium und Ausbildung. Auch die Zusammenarbeit von Hochschulen, Unternehmen, Berufsschulen und weiteren Bildungsträgern wurde als wichtiger Baustein gesehen.
Dabei geht es nicht allein darum, zusätzliche Lehrinhalte zu schaffen. Vielmehr sollen Lernende befähigt werden, technologische Entwicklungen zu verstehen, Lösungen eigenständig zu entwickeln und deren technische wie wirtschaftliche Machbarkeit zu beurteilen. Die Arbeitsgruppen betonten außerdem, dass neben fachlicher Spezialisierung auch ein grundlegendes Verständnis technologischer Veränderungen notwendig ist.
Vom Kompetenzbedarf zum gemeinsamen Lern- und Innovationsraum
Die Diskussion zeigte zugleich, dass Qualifizierung nicht isoliert betrachtet werden kann. Der Aufbau einer Grünen-Gase- und Wasserstoffwirtschaft hängt auch von politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen, wirtschaftlicher Umsetzbarkeit und der weiteren technologischen Entwicklung ab. Bildung und Qualifizierung müssen deshalb flexibel genug sein, um auf neue Anforderungen reagieren zu können.
Ein zentrales Ergebnis des Workshops lautet daher: Die Kompetenzen für die Energiewende entstehen nicht allein in Hochschulen oder Unternehmen – sondern insbesondere an deren Schnittstellen. Partnerschaften zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung können dazu beitragen, Fachwissen mit konkreten Anwendungen zu verbinden und neue Qualifizierungsangebote bedarfsgerecht zu entwickeln.
Die im Workshop gewonnenen Erkenntnisse fließen in die weitere Arbeit von BioH2Region ein. Ziel ist es, den grenzüberschreitenden Austausch zwischen Unternehmen, Forschung und Bildung weiterzuführen und daraus konkrete Ansatzpunkte für einen Lern- und Innovationsraum rund um Grüne Gase und Wasserstoff zu entwickeln.




