29. Mai 2026 | Technologiezentrum Energie
Best Practice: HydroSolid
Für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) braucht es Lösungen zur Energiewende, die einfach integrierbar, wirtschaftlich und flexibel erweiterbar sind. Genau hier setzt die Firma HydroSolid mit innovativen Feststoffspeichern und modularen H2-Ready-Systemen an. Im Rahmen eines wissenschaftlichen Best-Practice-Besuchs im Mai 2026 informierte sich das Projektkonsortium über die Praxistauglichkeit neuer Wasserstofftechnologien im niederösterreichischen Herzogenburg.
Der Hydrogen Power Summit 2026: Ein strategischer Paradigmenwechsel
Ausgangspunkt der Exkursion war die Teilnahme am Hydrogen Power Summit 2026 im SAN Biotech Park in Herzogenburg (Niederösterreich). Die Konferenz bot wertvolle Einblicke in die rechtlichen, regulatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen, die für den Markthochlauf und die Investitionssicherheit von Unternehmen zwingend erforderlich sind. Neben Themen wie Normenwelten und dem zukünftigen Ausbau von dezentralen Energienetzen stand vor allem eine Erkenntnis im Mittelpunkt: Die Argumentation rund um Wasserstoff hat sich fundamental verschoben.
Weg von der reinen Dekarbonisierung, hin zur Energiesouveränität – so lautet das neue Narrativ in Wirtschaft und Politik. Um diese Unabhängigkeit im bayerisch-österreichischen Projektraum schnell zu sichern, muss der regulatorische Fokus erweitert werden. Statt Wasserstoff rein über die Elektrolyse mit Strom zu definieren, gilt es, komplementäre, regionale Pfade wie Wasserstoff aus Biomasse (BioH2Region) massiv zu stärken und gesetzlich zu vereinfachen. Zudem hinkt die EU beim internationalen Marktzugang hinterher: Während Länder wie China bei Speicherinfrastrukturen stark auf dem Vormarsch sind, muss Europa dringend nachziehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Das Nadelöhr der Speicherung auflösen
Das größte Problem in der aktuellen Wasserstoff-Wertschöpfungskette ist und bleibt die Speicherung. Konventionelle Druckgasspeicher (60 bis 700 bar) sind technisch komplex, kostspielig und gehen mit hohen energetischen Verlusten einher.
Hier schlägt der Best-Practice-Partner HydroSolid eine Brücke zwischen Forschung und Praxis: Mit ihrer patentierten RSH2-Nanopolymer-Technologie verfolgt das Unternehmen den Ansatz der physischen Adsorption. Der Clou: Wasserstoff lässt sich dadurch bei einem vergleichsweise extrem niedrigen Betriebsdruck von lediglich +35 bar materialschonend und sicher einspeichern.
Konventionelle Speicher: 60 bis 700 bar (hoher Aufwand und Kosten)
HydroSolid Technologie: 35 bar (sicher, verschleißarm und effizient)
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Modularität und Praxisnähe im Labor-Check
Wie sich diese Technologie unkompliziert in den betrieblichen Alltag von KMU integrieren lässt, durfte unser Projektpartner, das Technologiezentrum Energie (TZE) der Hochschule Landshut, direkt im Entwicklungslabor in Herzogenburg begutachten.
HydroSolid demonstrierte dort die „Hyper“-Serie: Eine intelligente Plug-and-Play-Architektur, die komplett modular aufgebaut ist. Durch dieses integrierte „H2-Ready-Konzept“ können Betriebe ihr Energiesystem jederzeit und ohne aufwendige Basis-Umrüstung um Wasserstoff-Komponenten erweitern. Im Labor überzeugte ein voll funktionsfähiger, exemplarischer Systemaufbau:
- Hive S1 Speicherzyliner (HydroSolids patentierter Feststoffspeicher)
- Brennstoffzelle zur Rückverstromung
- Batteriespeicher für transiente Lastspitzen
- Energiemanagemtsystem (EMS) als übergeordnete Steuerungseinheit
Dieser kompakte Aufbau zeigt, wie die dezentrale Sektorenkopplung und eine autarke Energieversorgung für Betriebe schon morgen Realität werden können. Ergänzt wurde die Exkursion durch den Besuch der direkt am Standort befindlichen Wasserstofftankstelle der SAN Group, die ebenfalls von HydroSolid gewartete Infrastruktur nutzt.
Fazit für das Projekt BioH2Region
Für das Projekt BioH2Region zeigt der grenzüberschreitende Austausch in Niederösterreich ganz deutlich: Innovative Speichertechnologien sind ein unverzichtbarer Baustein, um grüne Gase für Unternehmen regional nutzbar zu machen. Wenn Erzeugung aus regionalen Reststoffen (z. B. Biomasse) und sichere Niederdruck-Speicherung zusammenlaufen, entstehen genau die praxisnahen, skalierbaren und zukunftsorientierten Lösungen, die den bayerisch-österreichischen Mittelstand resilient aufstellen. Der Besuch hat wertvollen Raum für künftige wissenschaftliche und praktische Kooperationen aufgetan.





